Begrifflichkeiten

Weil ich mich stark am US-amerikanischen Sattlerhandwerk orientiere, ergänze ich die deutschen Begriffe auch um solche der Amerikaner; ist eigentlich total unnötig, mir aber besonders wichtig! ;-)

Sattelleder / Skirting:
Ein schweres pflanzlich gegerbtes Rindsleder, auch Blankleder genannt. Im Auslieferungszustand allenfalls eingefärbt, nicht aber geölt, gefettet, versiegelt oder sonstwie behandelt; all das ist Aufgabe des Sattlers im weiteren Fertigungsprozess. Sattelleder deshalb, weil genau das seine eigentliche Verwendung beschreibt: um einen hochwertigen Reitsattel aufzubauen. Skirting als die gebräuchliche US-amerikanische Bezeichnung bezieht sich auf den sog. Skirt - die großflächigsten Teile eines Sattels, die seitlichen  Sattelblätter; hier wird besonders schweres Leder benötigt, weil dieser Bereich auch die meiste Beanspruchung erfährt. Wenn man also "Skirting-Leather"  ordert, erhält man besonders dickes Sattelleder. Alle Sattelleder, die ich in meinem Sortiment habe, beziehe ich als "Skirting", mindestens 5,5mm stark. Wenn ich leichteres Sattelleder benötige, spalte ich die entsprechenden Stücke mit einer antiken Handspaltmaschine, dem "Splitter/ Skiver". Traditionelles, pflanzlich gegerbtes Sattelleder hat zunächst einen sehr niedrigen Fettgehalt, fühlt sich im Rohzustand trocken und hart an. Es ist sehr widerstandsfähig, reißfest und belastbar. Seine Vorteile liegen vor allem darin, unter Zuhilfenahme von Wasser wunderbar formbar zu sein. Es lässt sich hervorragend ölen und färben. Im täglichen Gebrauch nimmt es mit der Zeit und durch die individuelle Nutzung wie kein anderes Leder entsprechend Form und Kontur an.

Geschirrleder / Harness:
Hierzulande auch gerne mal als Fettleder bezeichnet, was jedoch keinem Fachausdruck entspricht. Allerdings trotzdem eine treffende Bezeichnung, ist ein klassisches Geschirrleder nämlich nichts anderes als ein pflanzlich gegerbtes Rindsleder, dem im Anschluss an den eigentlichen Gerbvorgang über verschiedene Wege eine Menge an Fett zugeführt wird, teilweise bis zu einem Gesamtanteil von 20%! Dieses Leder ist sehr reißfest, zugfest und ebenso etwas elastisch (aber nicht so, dass man dies im Gebrauch merken würde!), vor allem aber extrem witterungsbeständig, und genau hier liegt seine ursprüngliche Bestimmung: für die Verwendung als Zug-/ Reit-/ Rücke-/ und  (früher einmal auch) Klettergeschirr ("Harness"), sowie für jeglichen Gebrauch, der im Freien und ungeachtet der Wetterlage stattfindet. Der hohe Fettgehalt verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit, dem natürlichen Feind eines jeden Leders: Feuchtigkeit lässt die Fasern aufquellen und kann die Gerbstoffe herauswaschen, um im schlimmsten Fall die entsprechenden Faserverbindungen aufzulösen; das Leder würde im trockenen Zustand dann sehr schnell brechen bzw. reißen. Ein ordentliches Geschirrleder fühlt sich ungeachtet seiner Dicke und Belastbarkeit (durch das viele Fett quillt das Leder regelrecht auf, 7mm und darüber sind keine Seltenheit!) erstaunlich weich und fast schon geschmeidig an.

Zaumzeugleder / Bridle:
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Steigbügelleder / Stirrup:
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Full Grain:
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Full Thickness:
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